Mit einer besonderen Auszeichnung und Dank für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Christlich Demokratischen Union wurde Wilhelm Heinz bedacht. Da er aus gesundheitlichen Gründen am Ehrungsabend der CDU nicht teilnehmen konnte, überbrachten die Orts- und Fraktionsvorsitzende Christiane Jäger und Ortschaftsrat Reinhard Haschka die Urkunde und Ehrennadel bei einem Hausbesuch.

Beeindruckt vom Motto im Wahljahr 1953 „Arbeit, Aufbau, Adenauer“ gingen damals in Grötzingen einige junge Männer frisch an die politische Arbeit. So auch der aus dem Sudetenland stammende Wilhelm Heinz mit dem Vorsatz „nie wieder Nationalsozialismus“. Anfangs war es hier für die CDU schwer, Plakatierungsschlachten waren an der Tagesordnung.

Doch 1970 wurde die Arbeit von Erfolg gekrönt und er konnte als Nachrücker in den Gemeinderat einziehen, dem er bis 1994 als Ortschaftsrat angehörte. Spontan erinnert er sich an das Einstellen der Stadtgasversorgung aus Sicherheitsgründen, die Problematik Mülldeponie und vor allem die Eingemeindung Grötzingens 1973. Den parteiinternen Diskussionen folgte in diesem Falle die geheime Abstimmung im Rat und eine knappe Mehrheit für die Stadt Karlsruhe. Vor der Eingemeindung waren wöchentliche Sitzungen üblich, oft auch mehrere, um alle Aufgaben zu bewältigen. Später stand dann eher das Pochen auf Einhaltung des Eingemeindungsvertrags im Vordergrund, so Wilhelm Heinz.

Als sein bedeutendstes Engagement sieht er die Unterführung der B 3 in der Verlängerung der Karl-Leopold-Straße. Hier bewies er einen langen Atem. Noch 1979, nach Verlegung der B3, lehnte die Stadt, obwohl in den Plänen vorgesehen, eine Unterführung aus Kostengründen ab. Doch die Bürger waren nicht bereit einen Umweg von rund einem Kilometer in Kauf zu nehmen, um zu ihren Gärten zu kommen. Sie überwanden mit Handwagen und Rad die Böschung und überquerten unter Gefahren die B3. 1986 wurde das Anliegen zwar als berechtigt eingestuft, aber der Kostenvoranschlag von 2-2,5 Mio DM erschien recht hoch. Das veranlasste Wilhelm Heinz nach Alternativen zu suchen, die er dann auch im Urlaub in Lenggries fand. Schließlich wurde das Projekt als Bestandteil des Radwegplanes weiterentwickelt. Und als dann 1992 der Bund als Träger der Baulast und das Land mit einem Zuschuss zur Verfügung standen, konnte die Unterführung finanziert und wesentlich günstiger gebaut werden.

Auch heute engagiert er sich noch gerne, allerdings mehr in seinem näheren Umfeld z.B. bei der Sanierung „An den Stangen“. Sein Anliegen an die Politik in Grötzingen ist: „Bei den Menschen bleiben und deren Anliegen aufnehmen“. Selbst ist er fast wunschlos glücklich. Die CDU-Grötzingen wünscht ihm aber auf alle Fälle weiterhin alles Gute, viel Glück und vor allem gute Gesundheit.